Kein Test der Welt ist 100% genau. Schon gar nicht in der Biochemie.
Die Spezifität gibt an, wieviele Tests falsch-positiv ausfallen, und ist eine Prozentzahl. Falsch positiv bedeute, der Test zeigt an "Krankheit vorhanden", obwohl das Testobjekt gar keine Krankheit hat. Ein hochspezifischer Test erreicht Z.B. eine Genauigkeit 90%, d.h. 10% der Tests sind falsch-positiv.
90% ist eine ausreichende Spezifität, wenn man den Test nur in begründeten Verdachtsfällen anwendet. Wenn ein Patient Herzschmerzen hat, Raucher ist und der Arzt dann einen biochemischen Test anwendet, ob es sich um einen Herzinfarkt handelt. Dann bedeutet ein positives Ergebnis: Vorsicht, ziemlich sicher ein Herzinfarkt!
Wenn wir aber nun mit unserem 90%-Test in der Nachbarschaft umherziehen und gnadenlos jeden durchtesten - egal ob er Herzschmerzen hat oder nicht - dann geraten wir in eine statistische Falle. Bei einem solchen "Screening" würden wir ja immer 10% der Leute einen Herzinfarkt andichten!
Zur Zeit wird jeder tote Vogel in Deutschland in ein Genlabor geschickt. Wer viel sucht, der wird auch viel finden.
Ich bin mir nicht sicher, ob nicht die Sepzifität des H5N1-Testes durch das derzeit massive Screening überstrapaziert wird.